Autorenlesung in der Stadtbücherei Gammertingen

Bücher erwachen zum Leben

Schüler nehmen an  Autorenlesung in der Stadtbücherei Gammertingen teil

Am Donnerstag, den 27. Oktober 2016 besuchten die Klassen 6a und 6b des Schulverbunds Laucherttalschule Gammertingen Abteilung Realschule gemeinsam mit ihren Deutschlehrerinnen Frau Bogs und Frau Schirmer in der Stadtbücherei Gammertingen eine Autorenlesung von Sigrid Zeevaert.

Anlässlich des Frederick Tags legte Frau Zeeveart auf Ihrer Lesereise auch in der Stadtbücherei Gammertingen einen Zwischenstopp ein. Gleich zu Beginn machte Frau Zeevaert deutlich, dass sie es vorziehe, keine reine Vorlesestunde zu bieten und dass sie für Fragen seitens der Schülerinnen und Schüler offen sei. Dass sich die Schülerinnen und Schüler dies nicht zwei Mal sagen ließen, wurde an diesem Vormittag bald deutlich. Doch als Einstieg präsentierte die Trägerin des Friedrich- Bödecker- Preises 2006 nach einer kurzen Vorstellung zunächst ihr erstes Buch mit dem Titel „Winterwolf“. Im Mittelpunkt dieses Werkes steht ein Junge namens Juri, der sich nicht nur damit zurechtfinden muss, dass seine Mutter die Familie verlassen und sein Vater nun eine neue Freundin hat, sondern der nach einem erneuten Umzug auch mit seinem Dasein als „Neuer“ an einer Schule zu kämpfen hat.

Spätestens nach dieser Einstimmung war das Interesse geweckt. Durch zahlreiche Nachfragen gelang es den Schülerinnen und Schülern im Anschluss der aus Aalen stammenden Autorin allerlei interessante Informationen zu entlocken. So fanden sie beispielsweise heraus, dass ihr erstes Buch den Titel „Max und mein Bruder“ trägt. Das Kinderbuch, in dem die Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod eine große Rolle spielt, entstand gemäß Frau Zeevaert im Rahmen ihrer Abschlussprüfungen an der Universität auf dem Weg hin zur Grundschullehrerin. Dadurch, dass ihr ihr damaliger Professor nahelegte, ihre Arbeit doch an einen Verlag weiterzugeben, kam es schlussendlich dazu, dass zu ihrer eigenen Überraschung gleich der erste angefragte Verlag dazu bereit war, ihr Buch zu drucken. Nach weiteren Nachfragen wies die Kinder- und Jugendbuchautorin darauf hin, dass in der Regel etwa zehn Überarbeitungen notwendig seien, bis ein Buch druckbereit sei. So benötige sie vom Anfang des Schreibprozesses bis zum Vorliegen der Endfassung zeitlich gesehen oft ein halbes oder dreiviertel Jahr. Dass es trotz vielfacher Übersetzungen ihrer Kinder- und Jugendbücher nicht ausreiche, allein mit dem Schreiben eben jener den Lebensunterhalt zu verdienen, stellte die Schriftstellerin auf eine Nachfrage hin ebenso klar. So organisiere sie nebenher nicht nur Lesereisen, sondern arbeite auch an Theaterstücken und Hörfunkbeiträgen.

Obwohl der Strom an Fragen kaum ein Ende nehmen wollte, schaffte es die Autorin schließlich die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer auf ein weiteres ihrer Bücher zu lenken. Eindrucksvoll stellte sie auch dieses Buch mit dem Titel „Weiberkram“ vor. Als zur Sprache kam, wie schwer es die Hauptfigur Jasper hier hat, sich gegenüber seinen Schwestern zu behaupten und welche Situationen die Leser rund um die Wirrungen und Irrungen der ersten Liebe noch erwarten würden, wurde nicht nur viel gelacht – auch die Forderungen nach einer Zugabe wurden laut. Doch viel mehr wollte die Autorin nicht verraten – schließlich solle es sich auch noch lohnen, ihre Bücher selbst zu lesen. Genau mit diesem Vorsatz gingen letztlich auch viele der Schülerinnen und Schüler am Ende der Lesung nach Hause.